Wenn Dich der Gesundheitsminister nach deiner Meinung fragt…

Meckern können heutzutage alle. Manche gehen auch auf die Straße und posaunen laut ihren Unmut heraus. Aber wenn man zu einem Gespräch beim Gesundheitsminister geladen wird und die Chance hat, wirklich konstruktiv aufzuzeigen, wo der Schuh drückt – was antwortet man dann?

Mit solchen Gedanken war meine letzte Woche gefüllt. Ich wurde am 06.03.2019 vom CDU-Landesverband Sachsen zu einem Essen im kleinen Kreis mit Gesundheitsminister Jens Spahn nach Bautzen eingeladen.
Mit mir gemeinsam reiste ein kleiner Kreis von Vertretern relevanter medizinischer Einrichtungen an. Beim gemeinsamen Abendessen diskutierten wir mit Herrn Spahn sehr offen die aktuellen Schwierigkeiten der Branche.

Obwohl der Minister im Vorfeld von einer demonstrierenden Gruppe aufgebrachter Pflegekräfte aufgehalten wurde, widmete er sich sehr aufmerksam folgenden Themen:

  • den Schwierigkeiten der Pflegedienste im ländlichen Raum (u.a. eine angemessene Vergütung für sehr weite Fahrtzeiten)
  • dem Fachkräfte-Engpass im medizinischen Bereich
  • dem Aufwand in Verbindung mit der Prüfpflicht von Heilmittel-Verordnungen
  • dem Dokumentationsaufwand in Krankenhäusern
  • dem Konkurrenz-Problem von Apotheken europaweit (z.B. die Preise niedergelassener Apotheken mit einer persönlichen Beratung im Vgl. zu oft preiswerteren ausländischen Versandapotheken)
  • Probleme der Nachverfolgung beim Versand von Medizinprodukten
  • Widersinnige Praktiken bei der Verordnung von Hilfsmitteln (z.B. schlechte Ersatzteilverfügbarkeit bei besonders billigen, aber vorgeschriebenen Modellen)
  • Arbeitszeitgestaltung von niedergelassenen Ärzten
  • Parkerleichterung für Pflegedienste und Heilmittelerbringer in Innenstädten

Immer wieder wurde das Thema gerechte Bezahlung angesprochen. Dafür konnten die Teilnehmer genaue Zahlen aus der Praxis nennen.

Mathias Meyer mit Gesundheitsminister Jens Spahn

Geschäftsführer Mathias Meyer mit Gesundheitsminister Jens Spahn

Perspektivisch soll die Einführung von zahlreichen Gesetzesänderungen noch dieses Jahr einige Verbesserungen bringen (wie z.B. das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), was für schnellere Termine und mehr Sprechstunden führen soll). Wie schwierig der Weg bis zum Inkrafttreten von Gesetzen ist, wurde uns in Ansätzen berichtet.

Erstaunlich fand ich, wie genau Herr Spahn um Missstände weiß und wie er sich in der Branche auskennt. Er will wirklich Probleme beheben und schlägt klare Lösungen vor. Ich hoffe, dass auch ich mit meinen Ausführungen zu seinem Verständnis von den Problemen der deutschen Ergotherapeuten beitragen konnte.

Mathias Meyer
Geschäftsführer Ergotherapie Meyer,
Dresden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.