Montag - Donnerstag 08:00-18:00Freitag 08:00 - 17:000351 888 90 30weixdorf@ergomeyer.de4x in und umDresden

Konzentrationsschwäche – Wie ihr Kind bessere Leistungen in der Schule erzielt (Teil 2)

1. November 2017 von M. Meyer0
schulkinder-beim-zeichnen.jpg

Der Lehrer ihres Kindes hat Sie zum Gespräch gebeten? Im Hausaufgabenheft müssen Sie immer wieder Einträge unterschreiben? Ihr Kind folgt dem Unterricht nicht und fällt durch unpassendes Verhalten auf?

Wenn ein Kind dem Lernen in der Klasse nicht folgen kann, ist das ein klares Anzeichen von Konzentrationsschwäche. Eltern beschreiben meist folgendes Verhalten:

  • Leichte Ablenkbarkeit
    Jede Kleinigkeit lenkt das Kind ab. Eine Person auf dem Schulhof, ein Flugzeug am Himmel, ein Rascheln von Papier – und schon ist der Schüler mit seinen Gedanken ganz woanders.  Häufig sind die Ablenkungsgründe auch durch das Kind selbst verursacht.
  • Vergesslichkeit
    Ihr Kind vergisst häufig seine Hausaufgaben. Sein Sportzeug hat es nicht dabei. Die Jacke wurde liegen gelassen. Geplagte Eltern können Geschichten von liegen gelassenen Dingen und vergessenen Aufgaben erzählen.
  • Zerstreutheit
    Ihr Kind ist ein kleiner Chaot. In der persönlichen Ordnung ihres Kindes ist für Sie keine Struktur erkennbar. Seine Gedanken „flattern“ für Sie nicht nachvollziehbar von einer Sache zur nächsten.
  • Unaufmerksamkeit
    Die Lehrer ihres Kindes beschweren Sich, dass ihr Kind dem Unterrichtsgeschehen nicht folgt. Wenn es gefragt wird, kann es keine Antwort geben.
  • Mangelnde Ausdauer
    Ihr Kind kann sich nur für eine kurze Zeit einer Sache widmen.

In der Folge lassen die Lernerfolge des Kindes nach, weil z.B. die Aufgabenstellung überhört oder die Aufgabe nicht geschafft wurde. Es entstehen Bildungslücken und das Zeugnis zeigt schlechte Noten.
Dabei verhält das Kind sich nicht mutwillig so, vielmehr handelt es sich um einen Hilferuf, ein Signal, dass entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden sollten.

Einige Tipps zur Verbesserung der Konzentrationsleistung haben wir im ersten Teil unserer Blogreihe zum Thema Konzentration gegeben. Wenn Sie viele der erwähnten Tipps  schon umgesetzt haben, ihr Kind aber anhaltende Probleme zeigt, schlagen wir folgende Vorgehensweise vor:

Beobachten Sie ihr Schulkind genau in verschiedenen Situationen: beim Spielen, beim Malen, beim Hören eines Hörspiels, beim Spielen am Computer, beim Lesen/Anschauen eines Buches aber auch beim Erledigen von Hausaufgaben, die es gern hat. Kann ihr Kind sich in solchen Situationen weniger als 15 Minuten konzentrieren?Kinderhand hält Stift und malt
Wenn ja, dann wäre ein Gang zum Kinderarzt  der nächste Schritt. Schildern Sie ihm ihre Sorgen. Bei Kindern mit ausgeprägter Konzentrationsschwäche hat ein Kinderarzt die Möglichkeit, ihrem Kind Ergotherapie zu verordnen. Ergotherapeuten sind Spezialisten beim Thema Konzentrationstraining und können Ihrem Kind mit einer gezielten Therapie helfen.

Wie läuft eine solche Therapie ab?
Zu Beginn werden die Probleme und Stärken ihres Kindes analysiert. Dazu werden spezielle Tests und Gespräche durchgeführt. In der Ergotherapie Meyer wird in solchen Fällen häufig der Test „TEA-Ch“ (Test of Everyday Attention for Children) verwendet. Diese Testbatterie erlaubt in der Auswertung eine Einschätzung der Aufmerksamkeitsleistung von Kindern im Alter von 6-16 Jahren.
Aber auch die visuelle und auditive Wahrnehmungsleistung werden durch spezielle Tests häufig überprüft.

Weiß der Therapeut dann, wo sich die „Baustellen“ des Kindes befinden, beginnt die eigentliche Therapie. Dem Kind wird durch gezielte Übungen Schritt für Schritt beigebracht, wie es zu mehr Konzentration und Aufmerksamkeit in der Schule und im Alltag gelangt.
Unsere Therapeuten wissen dabei um den wichtigen Aspekt von spielerischen Komponenten. Der Spaß darf nicht zu kurz kommen. Im Laufe der Therapie werden so nachhaltige Erfolgserlebnisse eintreten.
In der Ergotherapie Meyer werden bei Kindern mit Konzentrationsschwäche häufig die bewährten Therapieprogramme  „Marburger Konzentrationstraining“ und das Training nach Lauth und Schlottke eingesetzt.
Das Marburger Konzentrationstraining ist ein sehr bekanntes Therapieprogramm, was schon seit über einem Jahrzehnt mit großem Erfolg bei Schulkindern eingesetzt wird. Dabei lernt das Kind eine Form der Selbststeuerung  und einen vernünftigen Umgang mit Fehlern. Ziel ist das Erlernen der Technik des „inneren Sprechen“ , um so strukturiert an die Lösung einer Aufgabe heranzugehen. Eine gute Übersicht über die Methoden des Marburger Konzentrationstrainings finden Sie hier.
Das Programm nach Lauth und Schlottke ist ein Klassiker unter den verhaltenstherapeutischen Therapieansätzen. In der Ergotherapie Meyer werden Auszüge aus dem Programm eingesetzt, um eine gewissenhafte Arbeitsweise zu trainieren.
Junge steckt die Zunge herausSeit Kurzem wenden wir in unseren Praxen auch das Wunstorfer Konzept bei Kindern mit Konzentrationsschwäche an. In diesem wird über „Mein Trick-Training“ dem Kind Wissen über Strategieanwendung, Selbstregulation, das Gehirn, den Körper, Handlungsorganisation, Gedächtnis und Geschicklichkeit kindgerecht vermittelt, um seine individuellen Betätigungsziele zu erreichen und somit im Alltag erfolgreicher handeln zu können. Bei allen Programmen werden die Eltern intensiv einbezogen und das Kind erhält wöchentliche Aufgaben, um das Erarbeitete im Alltag umzusetzen. Somit werden sie und ihr Kind befähigt, auch bei späteren Schwierigkeiten eigene Strategien entwickeln zu können.

Wenn nötig, wird auch eine sogenannte „Beratung zur Integration“ angesetzt. Bei diesem Termin schaut sich der Therapeut die Situation des Kindes vor Ort in der Schule an und stimmt Therapie-Inhalte mit Lehrern und Erziehern ab.

Oftmals ist auch eine Teilnahme des Kindes an unserem Gruppentherapie-Programm sinnvoll. Zum derzeitigen Zeitpunkt  gibt es in unseren Praxen in Dresden-Weixdorf  und in Dresden-Klotzsche zwei laufende Konzentrationstrainings-Gruppen für Kinder der Klassenstufen 2 bis 4. Beim Gruppentraining profitieren die Kinder von Therapiesitzungen in  schulähnlichen Situationen (der Ablenkungsfaktor durch Andere ist genau wie in der Schule).

Die Therapie ist abgeschlossen, wenn das Kind die gelernten Strategien sicher anwenden kann Schulkinderund im Schul-Alltag umsetzt. Wieviel Zeit dieser Prozess braucht, ist je nach Kind unterschiedlich. Es besteht die Möglichkeit, die Therapie bei Kindern auf bis zu 60 Therapiesitzungen auszudehnen. Dieser Richtwert wird von gesetzlichen Krankenkassen im Moment als „Regelfall“ vorgegeben.

Wenn Sie an einer Teilnahme ihres Kindes an einer unserer Therapiegruppen interessiert sind oder spezielle Fragen haben – wir sind für Sie da! Zögern Sie nicht und rufen Sie uns einfach an! Wir bitten um telefonische Kontaktaufnahme unter Tel. 0351-8889030.

Was wir betroffenen Eltern immer wieder sagen: Kinder mit Konzentrationsschwäche sind nicht krank. Sie benötigen etwas Hilfe und viel besondere Aufmerksamkeit. Wenn einfache Maßnahmen im Alltag nicht helfen, kann ein gewisser „Schubs“ von außen, z.B. in Form von Ergotherapie dem Kind für sein ganzes Leben ein wichtiges Rüstzeug mit auf den Weg geben.


Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre Emailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Fehler sind mit * markiert