Der Schlaganfall – Wissenswertes, Tipps und Behandlungsmöglichkeiten

Was ist ein Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall (auch Hirnschlag, Hirninfarkt, Apoplex oder Insult genannt) wird die Durchblutung von Regionen im Gehirn unterbrochen. Auslöser sind Blockaden von Blutgefäßen durch Blutgerinnsel oder eine Hirnblutung.
Ein Schlaganfall tritt immer plötzlich auf. Die Anfangssymptome sind Sehstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen, Schwindel oder plötzliche Verwirrtheit. Je eher Betroffene ärztliche Hilfe erhalten, desto besser sind die Heilungschancen.
Spätfolgen können je nach Schweregrad sein:

  • Lähmungen einzelner Gliedmaßen oder ganzer Körperhälften
  • Schluckstörungen
  • Sprachstörungen oder der völlige Verlust der Sprache
  • Geistige Probleme, z.B. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, verlangsamtes Denkvermögen

Ältere Menschen, Menschen mit hohem Blutdruck oder chronischen Gefäßverkalkungen sind besonders häufig von einem Schlaganfall betroffen, allerdings können auch Kinder einen Schlaganfall erleiden.

Nach einem Schlaganfall ist das Gehirn in der Lage,  sich umzustrukturieren. Gesunde Hirngebiete können die Aufgaben der gestörten Bereiche übernehmen. Daher sollte so früh wie möglich mit Therapie begonnen werden. Durch gezielte Übungen  lernen die Betroffenen, ihr Leben mit den verbleibenden Schädigungen zu meistern.

Training bei Sensibilitätsstörungen:

SensibilitätsbadBei Sensibilitätsstörungen erfolgt die Therapie durch die gezielte Reizung der betroffenen Körperteilen. Dies erreicht man zum Beispiel durch:

  • Die Nutzung von Massage- und Vibrationsgeräten,
  • Igelbällen
  • Handbürsten
  • „Materialbäder“: z.B. Schüssel voll Erbsen, mit geschlossenen Augen daraus Gegenstände ertasten

Spiegeltherapie – eine spezielle Therapieform

  • erhalten sie bei Verordnung von sensomotorisch-perzeptiver Behandlung durch einen Arzt. Die speziell ausgebildeten Therapeuten der Ergotherapie Meyer können dann für sie tätig werden
    Ergotherapie Spiegeltherapie Daumen
  • der Patient wird angeleitet, einen Spiegel so zu benutzen, das eine gespiegelte Hand scheinbar an die Stelle der Erkrankten rückt
  • durch das Spiegelbild wird die Illusion zweier „gesunder“ Hände hervorgerufen
  • spezielle Übungen werden mit Hilfe des Therapeuten durchgeführt
  • bestimmte Gebiete im Gehirn werden durch diese Therapieform angeregt
  • Verbesserungen in der Beweglichkeit und Verringerung von Schmerzen können erreicht werden
  • Weitere Informationen zum Thema Spiegeltherapie lesen Sie hier.

Was können Sie selbst tun?

Tipps für den Alltag

  • gelähmte Körperhälfte, so gut es geht, in den Alltag integrieren (kleine Aufgaben übernehmen, z.B. Joghurtbecher beim Essen halten)
  • beim Anziehen: betroffene Körperseite zuerst
  • beim Ausziehen: gesunde Seite zuerst
  • Verschlüsse: große Knöpfe, Schnur an Reißverschluss anbringen
  • beim Essen: Griffverdickungen an Besteck anbringen
  • Schuhe: nicht zu schmal wählen, Klettverschlüsse statt Schnürsenkel
  • Stolpersteine aus dem Weg räumen

Bewegungsübungen

allgemeine Hinweise:

  • immer auf eine aufrechte Körperhaltung achten
  • Beine fest auf den Boden stellen, mit dem Körper nah an den Tisch rücken
  • den Blick beim Hantieren zur betroffenen Körperseite richten
  • betroffenen Arm gut lagern (auf Tisch legen, Kissen unter Ellenbogen)
  • viel Geduld !

1. Stützübung zum Kraftaufbau der Schulter

  • im Sitz ausführenSitzübung zum Kraftaufbau der Schulter
  • betroffenen Arm aufstützen
  • mit gesunder Hand nach Gegenstand greifen
  • die gelähmte Schulter nicht nach oben ziehen
  • evtl. feuchtes Tuch unter den Unterarm legen, damit dieser nicht wegrutscht

2. Übung zum Kraftaufbau des Armes

  • Schultern kreisen
  • Arme neben dem Körper pendeln Übung zum Kraftaufbau der Armelassen
  • Arme nach oben heben
  • Hände wie zum Gebet falten, der betroffene Daumen liegt außen (siehe Pfeil)
  • hierbei sich ein bestimmtes Ziel suchen und dorthin schauen z.B. zur Lampe
  • leichtere Variante: diese Übung in Rückenlage ausführen, da die Schwerkraft geringer einwirkt

3. Wischübung am Tisch

  • im Sitz ausführen
  • ein Tuch auf den Tisch legen, die Wischübung am TischHände darauf ablegen
  • gesunde Hand liegt oben (siehe Pfeile)
  • beide Arme werden gleichzeitig nach vorn/ zur Seite bewegt
  • kleine und große Kreise mit den Händen „zeichnen“

Training der geistigen Funktionen

  • Aufgaben des Alltags erledigen, die möglich sind (wie z.B. Kochen, Einkaufen, selbständiges An- und Auskleiden)
  • Spiele, z.B. Memory, Name-Stadt-Land, Mensch ärgere dich nicht
  • Lesen von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern
  • Briefe schreiben
  • Interessante Gespräche führen
  • Fotos ansehen
  • Kreuzworträtsel lösen

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