das Interview der Woche – mit Nadine Tonndorf

15. März 2021

Das Interview der Woche – 10 Fragen an Nadine Tonndorf

Wer bist Du?

Ergotherapeutin Nadine Tonndorf

Ergotherapeutin Nadine Tonndorf

Ich bin Nadine Tonndorf und arbeite seit Anfang 2017 in der Ergotherapie Meyer. 

Zunächst in unserer Praxis 2 in Klotzsche eingearbeitet, konnte ich am Aufbau des Standortes Innenstadt mitwirken und aktiv meine Vorstellungen und Wünsche umsetzen.

So sah ich auch unser jetzt bestehendes Team aus 7 Therapeuten stetig wachsen, und in diesem fühle ich mich sehr gut aufgehoben.

Wie wurdest Du Ergotherapeutin? 

2004 habe ich nach dem Abitur durch eine Berufsberatung zur Ergotherapie gefunden und im Gegensatz zu vielen Anderen dieses Jahrgangs nicht nur einen Beruf sondern eine Berufung gefunden, der ich bis heute weitestgehend treu geblieben bin.

Meine Ausbildung vollendete ich 2007 am TÜV Privatschulzentrum Görlitz. Damals war der Arbeitsmarkt sehr gesättigt mit Ergotherapeuten. Nach zahlreichen Bewerbungen in ganz Deutschland und einem glücklicherweise nur kurzen, dafür aber harten Intermezzo in einem Pflegeheim in Görlitz, habe ich im April 2008 in Dresden als Ergotherapeutin in der Tagespflege eines Pflegeheimes begonnen. Von da an ging es aufwärts.

In welchen Situationen bist Du dankbar, Ergotherapeutin zu sein? 

Es gab viele schöne Momente im Laufe meines Werdegangs. Am Prägnantesten war jedoch ein Erlebnis in meinem ersten Übergangsjob in einem Heim in Görlitz. Die Stimmung im Team war aufgrund der furchtbaren Chefin sehr gedrückt. An einem besonders schlechten Tag begegnete mir zufällig ein älterer Herr, den ich im Zuge eines Praktikums in der Psychiatrie betreut hatte. Er berichtete, dass es ihm seither viel besser ergangen ist und er soeben von einer Familienfeier komme, und er bedankte sich sehr, sehr herzlich. Der Tag war gerettet und ich habe wieder den Sinn in meiner Arbeit erkannt (und konnte wenig später kündigen, um in Dresden Fuß zu fassen)

Wenn die Menschen, die zu uns kommen, wieder zurück in ein glückliches Leben finden, ist das für uns Ergotherapeuten ein großer Erfolg.

Beschreibe Dich als Therapeut in drei Worten.

liebenswert verpeilter Teamplayer

Erinnerst Du Dich an eine lustige Begebenheit in deiner Arbeit?

Ergotherapeutin in Aktion

ein Hausbesuch mal anders

Eine Klientin fand bei meiner Ankunft zum Hausbesuch den Schlüssel zur verschlossenen Wohnungstür nicht mehr und empfand sich selbst als eingesperrt. Telefonisch waren Angehörige nicht zu erreichen und Nachbarn mit Ersatzschlüssel nicht vor Ort.

Nach kurzer Überlegung, Rückkehr zur Praxis und Absprache mit dem Chef fuhren eine Kollegin und ich erneut dorthin mit einer Leiter im Gepäck.

Über das Küchenfenster konnte ich so Zutritt zur Wohnung erhalten und war bei der Schlüsselsuche behilflich, sobald dieser gefunden war, konnte ich beruhigend auf die Klientin einwirken und nach einem gemeinsam gekochten Mittagessen war der Stress auch wieder vergessen. Das macht man auch nicht alle Tage.

Was sagst Du Menschen, die nicht wissen, was Ergotherapie ist?

Als Ergotherapeut hilft man Menschen das zu tun, womit diese sich selbst wieder wohlfühlen können.

Wenn Du über Ergotherapie in Deutschland nachdenkst – Was würdest Du dir wünschen? 

Ich bin derzeit glücklich. Aber eine Angleichung der Bezahlung der Berufe des sozialen Bereiches im Allgemeinen im Vergleich zu manch anderen Berufsgruppen mit weniger Verantwortung/ Allgemeinwohlerfüllung würde ich mir wünschen. 

Was bedeutet für Dich moderne Ergotherapie? 

Ich denke, die Hauptsache ist, dass wir zum größten Teil klientenzentriert arbeiten.  Diese Arbeitsweise muss noch gefestigt und verschriftlicht bzw. messbar gemacht werden. 

Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft als Ergotherapeutin vor?

Ich möchte gerne weiterhin Teil meines tollen Teams in der Innenstadt Dresden bleiben, da dieses auch zwischenmenschlich hervorragend zusammen passt und die Arbeit so sehr angenehm ist. Vielen Dank an mein Team dafür!

Für mich selbst möchte ich noch eine weitere Spezialisierung als Handtherapeutin umsetzen.

Arbeiten in der Ergotherapie Meyer – Was schätzt Du daran?

Das persönliche Verhältnis und Verständnis in meinem Team und zum Chef.

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