Motorisches Lernen durch Physiofeedback-Systeme

In unserer Praxis bieten wir Training mit Physiofeedback – Systemen an.

Was ist Physiofeedback?

physiofeedbacksystemWir alle besitzen eine Fähigkeit zur Wahrnehmung der eigenen Bewegung, das innere Feedback („körpereigener Rückmeldung“).
Bei einigen Patienten ist durch unterschiedlichste Krankheitsbilder die Wahrnehmung der eigenen Bewegung gestört. In der Therapie erfolgt mit diesen Patienten ein Training der Motorik, sie erlernen Bewegung neu. Dabei erhalten Sie üblicherweise externes Feedback durch den Therapeuten. Diese Rückmeldung kann aber aus verschiedenen Gründen nicht annähernd so verständlich, so genau und schnell sein wie das körpereigene Feedback. Das motorische Lernen über diesen „Umweg“ ist ausgesprochen schwierig und für den Patienten oft unbefriedigend. Hier setzen Physiofeedback-Systeme an! Der Patient übt Bewegungen, indem er Bewegungsaufgaben erhält. Das erforderliche Feedback erhält er in leicht verständlicher Form grafisch und akustisch, unter Einsatz von Computertechnik absolut genau und in Echtzeit. Wie im Alltag wird beim Physiofeedback-Training die visuelle (bzw. akustische) Wahrnehmung zum Erkennen der Bewegungsaufgabe und zur Kontrolle des Bewegungsergebnisses eingesetzt. Es erfolgt damt keine direkte visuelle Kontrolle der Bewegung selbst! Das Physiofeedback ist ein Simultan- bzw. Echtzeitfeedback und ist damit so schnell wie das körpereigene Feedback. Dies ist ein Garant für außerordentliche Therapieerfolge bei Einsatz von Physiofeedback-Systemen in der motorischen Rehabilitation.

Krankheitsbilder/ Anwendungsbeispiele für das Physiofeedback-System

In unserer Praxis wird bei folgenden Krankheitsbildern oder Störungen die Physiofeedback- Technik angewandt:

  • Zustand nach Schlaganfall (Apoplex, apoplektischer Insult)
  • Multiple Sklerose
  • infantile Zerebralparese
  • Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
  • Zustand nach hypoxischem Hirnschaden
  • Morbus Parkinson
  • Zustand nach Handverletzungen
  • Zustand nach Sportverletzungen
  • Feinmotorikstörungen
  • Einschränkungen der oberen Extremität (z.B. Schulterproblematik)

und viele andere mehr…

Funktionsprinzip

Der Patient erhält eine Aufgabe, die ihm die Bildschirmgrafik des Computers anzeigt. Zur Lösung dieser Aufgabe bewegt der Patient den Feedbackball auf unterschiedlichste Art und Weise. Dabei setzt er nicht nur seine motorischen Fähigkeiten ein, sondern auch sensorische und kognitive Leistungen sind erfoderlich. Durch Sensortechnik erhält die Physiofeedback-Software permanent Daten über die eingesetzte Kraft. Über die Bildschirmgrafik erhält der Patient laufend das Ergebnis seiner Aktionen als Echtzeit-Feedback angezeigt.
Die Bewegungsaufgaben werden nicht verbal übermittelt, sondern grafisch dargestellt. Sie sind für die Patienten leicht erfassbar und verständlich.
Der Therapeut kann bei der Befunderhebung durch ein Testtraining mit unterschiedlichen Programmen zuverlässig die motorischen, sensiblen und kognitiven Fähigkeiten bzw. Defizite des Patienten ermitteln und anschließend durch die Auswahl entsprechender Programme ein gezieltes und erfolgreiches Training zusammenstellen. Der Schwierigkeitsgrad jeder Aufgabe ist anpassbar.

Informationen zum Trainingsablauf

Messen – objektive Befunderhebung
Grundvoraussetzung für die Planung und Steuerung einer erfolgreichen Therapie sind genaue Kenntnisse über die motorischen Fähigkeiten des betroffenen Patienten. Mit der Messfunktion der Physiofeedback-Systeme können schnell und zuverlässig objektive Daten über den aktuellen Stand von Belastungsfähigkeit, Kraft, Koordination und Schnelligkeit ermittelt werden. Die Technik erlaubt beispielsweise eine exakte Messung von maximalem Krafteinsatz, Kraftunterschieden zwischen rechter und linker Körperseite und Kraftausdauer. Auch Koordinationstest durch „Nachfahren einer Kurve“ sind möglich.
Die vorausgegangene Befunderhebung bringt genaue Informationen darüber, welche Fähigkeiten durch das Training verbessert werden müssen. Der Therapeut erstellt nun am Computer ein exakt auf den Patienten abgestimmtes Trainingsprogramm mit unterschiedlichen Übungen. Von der Beübung isolierter Gelenkfunktionen, wie z.B. einer Armbeugung bis hin zu komplexen Alltagsfunktionen wie z.B. Kofferheben sind der Übungsvielfalt kaum Grenzen gesetzt.
Der Patient erhält Bewegungsaufgaben, die ihm nicht verbal übermittelt, sondern am Computer grafisch dargestellt werden. Der Übende reagiert darauf unmittelbar und der Lerneffekt setzt sofort ein. Die Übungen sind leicht verständlich, funktionell, in den Alltag übertragbar und exakt dosierbar. Durch den sichtbaren Erfolg ist die Motivation sehr groß – Patient und auch Therapeut können die kleinsten Therapiefortschritte (z.B. durch die Anzeige von Punktwerten am Computer oder den Vergleich von Messkurven) selbst sehen.
Alle Mess- und Trainingsdaten werden abgespeichert (z.B. Zeitpunkt und Dauer des Trainings, Anzahl der Wiederholungen, Anzahl der Fehler usw.). Damit ist eine komplette Dokumentation des Trainings möglich, eine zuverlässige Verlaufskontrolle und Qualitätssicherung ist gewährleistet.

Wie erhalte ich als Patient Physiofeedback-Training?

Der Hausarzt oder Facharzt veranlasst ergotherapeutische Behandlung und stellt eine Verordnung für Ergotherapie aus. Als Heilmittel kann motorisch- funktionelle oder sensomotorisch-perzeptive Einzelbehandlung gewählt werden. Die Leistung kann für alle Kassenpatienten und Privatpatienten erbracht werden. Das System ist mobil – die Behandlung wird auch auf ärztliche Verordnung im Hausbesuch durchgeführt.

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